Geboren…

Luciano Chinese

Luciano Chinese wird am 2. September 1942 in Mariano del Friuli (Görz) als jüngstes von drei Kindern geboren, in einer Zeit, in der in Friaul das Kriegsende noch nicht absehbar ist. Er ist mit den Problemen einer Familie konfrontiert, in welcher der Vater nach Deutschland deportiert wird und die Mutter zu harter Arbeit gezwungen ist, um die Familie zu erhalten. Die Mutter, Tochter eines damaligen Stuhlerzeugers und Kulturliebhaberin muss, da sie eine Frau ist auf ein Studium verzichten und in der Fabrik arbeiten. Sie schickt ihren ältesten Sohn Mario zum Studium nach Venedig. Luciano Chinese verlässt mit fünf Jahren das Dorf und übersiedelt nach Grado. Wenn er nach Hause zurückkehrt, fühlt er sich etwas fremd …Er besucht in seinem Dorf die Grundschule und ist Altersgenosse und Schulkollege von Dino Zoff, mit dem ihn eine freundschaftliche Beziehung verbindet. Mit 13 Jahren übersiedelt er nach Venedig, wo er die Staatliche Kunstschule besucht. Anschließend maturiert er am Liceo Artistico.

Er beschließt Architektur zu studieren und besucht – unter der Leitung von Meister Bruno Saetti – die Accademia di Belle Arti.


Venedig

Noch als Student begibt er sich in die Arbeitsgruppe von Mario Botta, der damals auch noch Student ist. Er besucht den Kurs, der von Carlo Scarpa meisterhaft geführt wird und nimmt später am außerordentlichen Unterricht teil, der von Emilio Vedova an der Sommerakademie in Salzburg abgehalten wird. Während seines Aufenthaltes in Venedig lernt er hautnah die örtlichen intellektuellen Kreise und große italienische und ausländische Persönlichkeiten kennen. Die Stadt durchläuft zur damaligen Zeit eine starke Entwicklung; die internationale Bedeutung der Kulturzentren, wie die bekannte Biennale in den Gärten sowie die neue Stiftung “Giorgio Cini” auf der Insel S. Giorgio ziehen mit ihren regelmäßigen Initiativen die weltweit bedeutendsten Persönlichkeiten aus der Welt der Philosophie, Wissenschaft, Literatur, Musik und Kunst an. Ausstellungen, Kongresse und Diskussionen schaffen ein Bewusstsein von kritischer Aktualität und öffnen für einen jungen Menschen unvorhersehbare Horizonte. Er ist begierig zu verstehen und sich mit den Projekten und den Erwartungen seiner Generation auseinanderzusetzen. In der Malerei versucht er, gegenständliche Elemente mit geometrischen Lösungen zu verbinden. Er assoziiert unverzügliche Impulse aus der Realität mit formalen Analysen neokonstruktivistischen Ursprungs. In der Zwischenzeit nimmt er an zahlreichen Ausstellungen teil und wird für den Premio S. Floriano in Görz nominiert. Im Jahr 1967 findet die erste Einzelausstellung in Folgaria, einem berühmten Bergdörfchen in der Nähe von Trient, statt. Am Ende desselben Jahres wird in diesem Ort eine Kunstgalerie mit dem Namen “Nuovo Spazio” eröffnet, vielleicht eine Bestätigung der persönlichen Neigung zu den Problemen in der Malerei, die auf die expressiven Werte einer neuen Idee der Räumlichkeit bezogen sind. Er schließt Freundschaft mit den venezianischen Vertretern der Post-Zwölftonmusik sowie mit den Malern des Movimento dello Spazialismo und teilt die Manifeste dieser in Malsano von Lucio Fontana begründeten Richtung. Er hat Gelegenheit zu verschiedenen Anlässen zu sprechen. Er festigt seine Freundschaft mit Dichter Alfonso Gatto und lädt ihn dazu ein, Konferenzen und Lesungen in seiner Galerie abzuhalten und unterstützt mit ihm den “Premio Folgaria”, einen nationalen Dichter- und Malbewettbewerb. In der Tätigkeit als Galerist wechseln verschiedene Initiativen ab, Gruppen- und Einzelausstellungen von Künstlern der neuen Avantgarde, aber er organisiert auch Diskussionen und Lesungen poetischer Texte. Im Jahr 1969 wird er zuerst zu einer Kollektivausstellung in Venedig und dann nach Rom eingeladen. Einige Monate später zeigt er hingegen eine neue Einzelausstellung in Udine. Vom Historiker Pietro Zampetti, Direktor der Musei Civici Veneziani, bekommt er die Einladung zu einer Einzelausstellung in der Galerie der Fondazione Bevilacqua La Masa, der er aber nicht nachkommen kann, da er in die berühmte Militärschule Scuola del Genio von La Cecchignola in Roma muss.In seiner Freizeit gelingt es ihm, eine Serie von Formen aus Terracotta (zwölf Tafeln) zu schaffen, die die Arbeit der “fabriceris” zeigen. Die Tätigkeit, die er dennoch weiterhin über Ausstellungen in der Galerie in Folgaria fördert, führt zur Entwicklung eines Kulturprogramms, das nicht nur darauf ausgerichtet ist, die Vertreter der historischen Avantgarde Italiens wieder aufzuwerten, sondern auch um aufstrebende Talente jüngerer Generationen bekannt zu machen. In diesem Zusammenhang stechen, aufgrund der Bedeutung auf nationaler Ebene, die Ausstellungen des Futuristen Giovanni Korompay und die erste Einzelausstellung von Federica Bertino. Er zeigt großes Interesse an den einmaligen malerischen und graphischen Experimenten von Giuseppe Zigaina, über den er außerdem verschiedene Ausstellungen in zahlreichen italienischen Städten organisiert.

Nachdem er den Militärdienst geleistet hat, kehrt er 1971 nach Venedig zurück, wo er die neue Galerie “Nuovo Spazio” eröffnet, die sofort aufgrund ihres innovativen Programms hervorsticht. Er öffnet seine Räume Meistern, wie Guidi, Manzù, Spacal, Morlotti, Santomaso, Music, Bortoluzzi und viel versprechenden jungen Künstlern, wie Finzi, Licata und den blutjungen Plessi. In der Zwischenzeit entwickelt sich seine Suche als Maler immer entschiedener in Richtung einer abstrakt-räumlichen Poetik, wobei er zur Gänze die Linie der noch naturalistischen Transfiguration aufgibt. Er lernt den historischen Fotografen, den Friulaner Italo Zannier, kennen, der als Lehrer an die Università di Architettura berufen wird. Nach einigen Jahren nimmt die Galleria “Nuovo Spazio” in Venedig, die sich in diesem Bereich bekannter historischer Vorreiter rühmen kann, eine eigene Top-Rolle ein, die gewöhnlich von berühmten Schriftstellern und Kritikern, von Pallucchini bis Marchiori, von Apollonio bis Mazzariol, frequentiert wird, und regelmäßig sogar von Ezra Pound und von Pier Paolo Pasolini während ihrer Aufenthalte in der Stadt besucht wird. Die Galerie zeigt außerdem Werke von Vertretern der ”Arte Programmata” (Programmierten Kunst) und des “Behaviorismus” sowie die neuen Strömungen in der kreativen Frauenkunst. Im Jahr 1976 ereignet sich in Friaul ein verheerendes Erdbeben und Chinese reist von Venedig ab, um seine Familien aufzusuchen, die zum Glück von den Schäden des Erdbebens verschont geblieben ist. Er besucht die noch unzugänglichen, vom Erdbeben betroffenen Ortschaften zusammen mit seinem Bruder, der als Architekt zum Lokalaugenschein für den Wiederaufbau gerufen wird. Er organisiert in Mariano del Friuli eine Ausstellung mit Werken großer italienischer Künstler zu Gunsten der Erdbebenopfer. Er gestaltet eine Sonderwanderausstellung von Meistern, die am Touristenschiff  “Stradivari” auf die Landeplätze in den verschiedenen Häfen des Mittelmeers gebracht wird.

Er organisiert eine wichtige Einzelausstellung von Armando Pizzinato. Im Jahr 1977 übersiedelt die Galerie “Nuovo Spazio” in einen Palast im Zentrum der Stadt, unweit der Piazza S. Marco. Dort stehen größere Räume zur Verfügung. Die neue Galerie wird im März pompös mit der außergewöhnlichen Einzelausstellung, die Giovanni Korompay gewidmet ist, eröffnet. Auch hier finden wieder Literaturveranstaltungen mit Schriftstellern und Dichtern statt. Er arbeitet mit Arnaldo Momo und Giovanni Poli für Theateraufführungen zusammen. Im Mai 1978 heiratet er Mila, die Tochter des bekannten Schriftstellers und Journalisten Mario Ancona. Nach Venedig zurückgekehrt, zeigt er im Juli eine wichtige Ausstellung von Luigi Veronesi, einem Vertreter der abstrakten Kunst in Italien, der auch auf den Seiten der nationalen Presse einen beachtlichen Erfolg hat. Ein ebensolches Interesse löst im November die Ausstellung der “Aeropitture” (Luftmalereien) und der “Sassintesi” (Sasentesi, eine abstrahierende Form des Futurismus) des Futuristen Tullio Crali aus. Er stellt erstmalig in Europa eine Auswahl von Werken von eskimoischen Bildhauern aus, mit denen er in Kontakt getreten ist und aus diesem Anlass besondere Ehren von Seiten einer Diplomatengruppe aus Quebec, die eigens zur Vernissage gekommen ist, bekommen hat.


Im Jahr 1979 Die “Nuovo Spazio” Gallery feiert 10 Jahre der Tätigkeit.

m Jahr 1979 feiert die Galerie “Nuovo Spazio” ihr 10-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung, die fast alle Künstler zeigt, für die er sich bislang am meisten interessiert hat. Aus diesem Anlass erscheinen in den Zeitungen verschiedene Interviews, in denen er die Geschichte der Galerie rekonstruiert und die eigene Auffassung von den kulturellen Funktionen eines Händlers moderner Kunst umreißt. Er veröffentlicht eine Grafikmappe, in der Werke von Bortoluzzi, Korompay, Zigaina gesammelt sind, zusammen mit einer Einführung, die den Wert eines Manifestes über die von ihm für seine Arbeit angewandten Kriterien bekommt: Dieser Text von Chinese wird von vielen Künstlern und Intellektuellen getragen, die ihn gegenzeichnen und somit ausdrücklich Zeugnis geben über ihre Unterstützung der moralischen und kulturellen Ziele des Galeristen.

Chinese ist im Übrigen einer ihrer geschätzten Kollegen, mit dem viele von ihnen in verschiedenen Ausstellungen vertreten sind. Er wird mit der Aufgabe betraut, sie auf Kunstmessen zu vertreten, die nun auch in unserem Land immer mehr entstehen. Im Sommer, während er auf der Abreise zur Fiera di Levante ist, die bereits seit einigen Tagen läuft, erhält er die Nachricht, dass sein Bruder Renzo einen schweren Arbeitsunfall hat. Tief betroffen fährt er sofort zu seiner Familie nach Friaul, die nach dem plötzlichen Tod des Vaters vor einigen Wochen noch immer mitgenommen ist. Einen Moment der Ruhe erfährt er durch die Geburt seiner ersten Tochter. Diese Ereignisse werden von ihm in einer Art autobiographischem Band mit dem Titel “Io chi?” (Wer ich?) erzählt, der dann 1981 mit dem Verlag “Italia Letteraria” herausgegeben wird. Das wunderbare Vorwort stammt von seinem Freund Zigaina. Mit freier Seele beschreibt der Autor seine Existenz, die Ereignisse in der Vergangenheit, die Treffen und den Austausch mit den Künstlern, die Bestimmung mit in einem gewissen Sinn ausgewählten Personen in Symbiose zu leben, die von ihm aufgrund tiefer spiritueller Gleichklänge bewundert werden. Er beschäftigt sich intensiver mit der Malerei, aber er verzichtet nicht darauf, Ausstellungen von nationaler Resonanz zu organisieren, die von der Fachpresse positiv kommentiert werden. Er präsentiert einen Arbeitszyklus von 1943 bis 1976 von Zoran Music sowie eine Ausstellung moderner japanischer Künstler. Zur selben Zeit geht er seiner Leidenschaft für die Liebe zur Lagune nach, durch die er häufig auf einem kleinen Boot fährt. Hier findet er schließlich auch die Inspiration für die strahlenden Farbeffekte schillernder Spiegelungen, die er stimmungsvoll in die rhythmischen Geometrien von absoluter Räumlichkeit in die Darstellung zu bringen vermag. Er ist ständig auf Reisen, um Ausstellungen und Ateliers von Künstlern zu besuchen, mit denen er Beziehungen der Freundschaft und der Arbeit begründet, um Beziehungen zu den wichtigsten italienischen Sammlern zu knüpfen, um weitere Ausstellungen zu planen. Im Jahr 1985 stirbt seine Mutter, zu der er eine sehr starke Bindung hat. Dieser Lücke ist für ihn nicht schließbar, weil er versucht hat, sich an ihrem Beispiel zu orientieren und er ihr nacheifern wollte, aufgrund ihrer außerordentlichen menschlichen Eigenschaften, ihrer Feinfühligkeit und ihrer lebendigen Intelligenz. Im Jahr 1986 organisiert er im Rahmen der Ausstellung “Futurismo – Futuristi” (Futurismus – Futuristen) im Palazzo Grassi eine exzellente Anthologie von Tullio Crali, mit rund zweiundsechzig Bildern aus verschiedenen Zeiten, die eine breite Resonanz in italienischen und in internationalen Künstlerkreisen hervorruft. Mit demselben Interesse verfolgt er die Entwicklung einiger junger europäischer Künstler, die in ihrem Land beinahe unbekannt sind, aber die dank der durch ihn geförderten Ausstellungen bald die Möglichkeit haben, sich mit überraschenden Ergebnissen zu behaupten. Mit Großzügigkeit fühlt sich Chinese nun mehr der Unterstützung junger Künstler verpflichtet als sein eigenes künstlerisches Schaffen zu verbreiten. Eine Arbeit, die sich allerdings immer autonomer entwickelt hat und sich außerdem durch die Notwendigkeit des in den Mittelpunkt gestellten Experimentierens mit anderen Materialien auszeichnet, um die strenge Zweidimensionalität der Malfläche zu überwinden und plastische Lösungen von größerer konstruktiver Effizienz zu forcieren.


Die Galerie in Mestre

Zwischen 1987 und 1988 entschließt er sich, mit den Unterrichten, dem er viele Jahre mit besonderem Eifer nachgeht, aufzuhören, um sich verstärkt seiner eigenen künstlerischen Suche und der Tätigkeit in der Galerie widmen zu können, deren Sitz seit kurzem erst auf das Festland, nach Mestre, verlegt worden ist, um die Transfers mit dem Auto von einer Stadt in die andere zu erleichtern, um Künstler und Sammler zu treffen, mit denen er neue Ausstellungen planen wollte. Die neue Galerie wird gebührend mit einer Ausstellung berühmter Meister eröffnet, auf welche die außergewöhnliche Ausstellung mit weniger bekannten Werken von dem 1984 verstorbenen Tancredi folgt und mit dem er ein Verhältnis größter Wertschätzung pflegt. Aber um noch konstanter seiner Suche zu folgen, beschließt er, in seinen Heimatort Mariano zu übersiedeln, wo er sich eine sehr moderne Villa inmitten üppiger Weinberge im fruchtbaren Friaul errichten lässt, wodurch er ein großzügiges Atelier bekommt, in dem er arbeiten kann. Ebenso kann er seine heranwachsenden Kinder daran gewöhnen, in einem täglichen Kontakt die Schönheiten der Natur zu lieben. Chinese fühlt sich schließlich frei, sich vollständig der Malerei hinzugeben, die ihn sogar dazu führt, dass er mit industriellen Materialien experimentiert, “kostbare Staube” verwendet, “schwimmendes Gold auf ultramarinblauen Transparenzen”, wie dies Zigaina in seinem Vorwort, das er für den Künstler 1991 geschrieben hat, zu vermerken weiß. In dieser Zeit malt er verschiedene Sujets, die manchmal mit besonderen Erfahrungen verbunden sind und zeigt dennoch eine Richtung der Suche einer fantastischen Neukreation der Realität auf, aus der sich Aspekte und Momente intensiver Emotionalität hervortun. Aus dem venezianischen Umfeld stammen hingegen Erinnerungen und Wahrnehmungen, die sich im Zyklus der zeitgenössischen Malerei befinden und auf das Thema der “byzantinischen Theorien” und der “Kathedralen in den Lagunen” bezogen sind. Der Ausbruch des Golfkrieges im Jahr 1991 führt ihn unter dem Einfluss eines schmerzhaften Gemütszustandes dazu, eine Reihe von Bildern zu malen, die sich auf diese schreckliche Tragödie beziehen, mit Bildern von entgegen gesetzten Zeichen, dramatischen Gegensätzen zwischen den zarten Farbtönen friedlicher Landschaften und den dunklen erschütternden Darstellungen.

 


Im Jahr 1991 Chinese beschließt wieder in der Öffentlichkeit zu zeigen

Austellung mit Paolo Barozzi

Er verspürt seinerseits das Bedürfnis sich mit dem Publikum auseinanderzusetzen und wieder seine eigenen Werke auszustellen, die in einigen Galerien Friauls gezeigt werden. Er akzeptiert außerdem die Anfrage des Galeristenfreundes Paolo Barozzi, der früher Sekretär und dann treuer Biograf von Peggy Guggenheim war, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, ab und zu sein eigenes Heim im Mailand zu öffnen, um die Ausstellung eines Künstlers zu zeigen, der es seiner Meinung nach verdient. Er stellt ihn seinen gelehrten und äußerst anspruchsvollen Besuchern vor. Chinese bereitet mit Sorgfalt die Ausstellung vor und verschickt eine Auswahl an Werken jüngeren Datums. Darüber hinaus vernachlässigt er auch seine eigene Galerie in Mestre nicht, wo er unter anderem die Popart-Werke von Mimmo Rotella, seine berühmten “Décollages” ausstellt.

In seinem Haus in Mariano organisiert er eine Art überfüllten futuristischen Abend und lädt Crali ein, die Texte der Poeten der Bewegung vorzutragen und wo auch Tochter Dunia, die klassische Tänzerin geworden ist, eine phantasievolle Ballettaufführung zu einer Musik von Duke Ellington vorträgt. Dies ist der Beginn einer Reihe von Veranstaltungen, die er immer häufiger im Sommer im Garten der Villa organisiert, die von Freunden und Liebhabern aus allen Regionen besucht werden. Bedeutende Sammler zeigen sich an seinen Werken interessiert. 1994 widmet ihm die Gemeinde S.Giovanni al Natisone in der prachtvollen Villa De Brandis eine erste anthologische Ausstellung, die während der Ausstellungsdauer von Konzerten mit bekannten Ensembles und Solisten umrahmt wird. Zwischen 1994 und 1995 kreiert er einen Gemäldezyklus zum Motiv der “anthropomorphen Bäume”, ein Thema, durch das er den Bruch der Harmonie zwischen Mensch und Natur symbolisieren will, aber auch die Einsamkeit der Existenz, an der die unruhige moderne Gesellschaft leidet, die in ihrem egoistischen Verhalten eingeschlossen ist und zu Formen des Kampfes, die für die Schwächsten immer untragbarer werden, verurteilt werden. Aber er verdeutlicht auch den Impuls, sich nach oben hin zu erheben, aufzusteigen in die Höhen spiritueller Vollkommenheit. Er stellt in Venedig im Palazzo delle Prigioni Vecchie, in S.Marco diese neuen Malereizyklen aus, wo die kompositorische Handlung bereits mittels geordneter geometrischer Einsatzstücke mit ausgewogenen Farbvariationen, in der Spannung, eine neue Architektur des Raumes wiederherzustellen, strukturiert erscheint. Während seiner ausdauernden, obgleich einsamen Irrfahrten inmitten von Friaul entdeckt er in der Nähe der kleinen Ortschaft Taipana eine alte Mühle. Fasziniert von der noch unberührten Natur, der stimmungsvollen Schönheit des Ortes, mit Blick auf den Cornappo-Bach mit einer kristallklaren Kaskade, wo Forellen und Flusskrebse leben, verliebt er sich so sehr in die Mühle, dass er sich entschließt diese zu kaufen, um sie zu restaurieren und sie zu seinem neuen Wohnort zu machen. Nach dem Abschluss der Arbeiten, mit denen er lange beschäftigt ist, erweist sich der Ort ideal für die Abhaltung von Kulturveranstaltungen. So organisiert er eine Reihe von Treffen mit Künstlern, Literaten, Musikern und lädt sie ein, an regelmäßigen Initiativen teilzunehmen. Er verbindet Konzerte und Ausstellungen von Skulpturen im Freien, Buchpräsentation sowie Debatten zu verschiedenen aktuellen Problemen. Im Jahr 1986 hält er eine Einzelausstellung in der prachtvollen Villa Pisani in Strà ab, eines der Juwele klassischer Architektur Venetiens. Im folgenden Jahr stellt er auf Einladung der Gemeinde Pordenone in der nicht weniger bekannten Villa Galvani aus. In Juni hingegen präsentiert er in seiner Galerie in Mestre die historische Gruppe des „Movimento dello Spazialismo“. Er arbeitet an einer neuen Kunstströmung mit, die “Iperspazialismo” genannt wird, ein Trend, bei dem er sich nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern auch durch effektive stilistische Entsprechungen wieder findet. 1998 bereitet er für das Centro Friulano Arti Plastiche eine Ausstellung mit seinen Bildern vor, die aus rund siebzig Bildern besteht. Die Sujets sind “Bäume” und “Kathedralen”, die exemplarisch die Suche in den letzten Jahren dokumentieren. Er stellt in einer Einzelausstellung im Kastell S.Giusto in Triest einen Zyklus mit Arbeiten aus, die sich durch eine expressive Freiheit auszeichnen, die gegenständliche und abstrakte Elemente als visionären Symbolismus miteinander verschmelzen lässt. Im Jahr darauf stellt er in der Biblioteca Statale Isontina in Görz aus. Er wird zur Ausstellung eingeladen, die von den Staatlichen Eisenbahnen anlässlich der Zweitausendjahr-Feiern gefördert wird, die in der Villa Ca’ Zenobio bei Treviso stattfindet.